Dienstag, 12. Februar 2013

Benedikt XVI. Ein (protestantischer) Rückblick.

Inzwischen ist die Nachricht vom bevorstehenden Rücktritt von Benedikt XVI in allen Medien, sozialen Netzwerken und Blogs angekommen und entsprechend kommentiert worden. In einer seiner letzten Amtshandlungen straft er ausgerechnet seine Dauerkritiker aus Deutschland Lügen, die ihm Machtbesessenheit und absolutistische Herrschaftsmethoden vorwarfen.

Ich bin Protestant. Und das aus guten und gut durchdachten Gründen (auch Andreas Theurer konnte das nicht ändern ...). Und trotzdem muss ich sagen: Wenn ich auf das Pontifikat Benedikts zurückblicke, dann stelle ich fest, dass ich mich in dieser Zeit verändert habe. Dass er auf mich Einfluss ausgeübt hat.

Mit seinem Vorgänger, dass muss ich gestehen, habe ich gefremdelt. Mit der mystisch angehauchten Marienfrömmigkeit von Johannes Paul II. konnte ich nichts anfangen - obwohl ich mindestens zwei seiner Bücher sehr gut und nachdenkenswert fand. Die katholische Kirche blieb mir fremd, auch wenn ich mich in der Zeit schon anfing, von gängigen hardcore-evangelikalen Vorurteilen zu befreien. Es war ausgerechnet dieser stille und bescheidene Papst, dem so gar nichts vom Popstar-Image und vom Charisma seines Vorgängers anhaftete, der mich auf eigenartige Weise faszinierte.

Und das, obwohl ich den Namen "Ratzinger" bis dahin nur in negativen Zusammenhängen gehört hatte (und das überwiegend von Katholiken). "Panzerkardinal", "Gottes Rottweiler", "Ewig gestrig", "frauenfreindlich", "antimodern"; nur einige der Attribute aus Presse und persönlichen Gesprächen.

Auf protestantischer Seite waren die Urteile nicht besser, vor allem wenn es ums Thema "Ökumene" ging. Die Verlautbarung "Dominus Iesus", in der die - aus katholischer Sicht - einzigartige Stellung der katholischen Kirche hervorgehoben und den protestantischen Kirchen abgesprochen wird, Kirche im eigentlichen Sinne zu sein, kam nicht gut an. Ein liederdichtender Pfarrer aus Südhessen nahm sich der Problematik in einem Song an, der zum Schmählied geriet, das vor Kirchengeschichtsvergessenheit und dämlichen Klischees nur so strotzt (Und ich kriege immer noch Brechreiz beim lang gezogenen "eee" bei "feeehlerhaft" ..., aber das nur am Rande).

Kurzum: ich war gespannt, wie er sich als Papst anstellen würde. Was ich dann tatsächlich sah und hörte, überraschte und faszinierte mich gleichermaßen: Ein bescheidener Mann mit einer leisen Stimme, aber einem unglaublichen theologischen Durchblick und einem Scharfsinn, dem nur wenige seiner Gesprächspartner gewachsen waren. Seine Bücher über Jesus wurden selbst in evangelikalen Buchläden verkauft und gehören zu den besten Christologien, die ich je gelesen habe. Ich muss gestehen, dass ich in der Exegese gewöhnlich Kommentare aus dem angelsächsischen Raum bevorzuge - weil sie nicht so penetrant mit dem Stift einer pseudowissenschaftlichen Voreingenommenheit geschrieben wurden. (Waas - sie glauben, das Paulus die Pastoralbriefe tätsächlich geschrieben hat? Aus welchem Jahrhundert sind sie denn? ...)

In seiner Jesus-Trilogie zieht er den modernen Exegeten ihre historisch-kritischen Zähne und ist dabei sich selbst theologisch so trittsicher, dass er es noch nicht einmal nötig hat, persönlich fies zu werden. Das ist eine echte Leistung, und ich bin ihm zutiefst dankbar für dieses Werk.

Nach seinen Ausführungen zum katholischen Verständnis von Kirche komme ich mit dem Selbstverständnis der katholischen Kirche und ihrem Blick auf die protestantischen Kirchen sehr gut klar. Die Aufregung um "Dominus Iesus" (und auch meine Abschlussarbeit am Theologischen Seminar) hat mich motiviert, mich mit den Konzilsdekreten des 2. Vatikanischen Konzils auseinanderzusetzen. (Ich bin jemand, der der Ansicht ist, man sollte Bücher bzw. schriftliche Werke lesen, bevor man sich zu ihnen oder über sie äußert ...). Da stellte ich fest, dass er nichts neues formuliert oder erfunden hatte, sondern einfach nur auf eben diese Konzilsbeschlüsse verwiesen hat, in denen alles Wesentliche gesagt ist. Ab dem Punkt verstand ich die ganze Aufregung nicht mehr.

Und: Seine Wiederzulassung der Lateinischen Messe als außerordentlicher Form hat mich bewegt, seinerzeit noch in St. Leonhard in Frankfurt, eine eben solche zu besuchen. (Es wurden unterm Strich  dann mindestens 6 Besuche). Für jemanden, der Predigtgottesdienste in evangelikaler Form gewohnt ist, war das eine faszinierende (ich wiederhole mich) Erfahrung: Der Priester stand mit dem Gesicht Richtung Altar, die Gemeinde kniete Richtung Altar; es war auf Anhieb zu erkennen und zu sehen, um wen es im Gottesdienst ging und wer da angebetet wurde. (Da bin ich mir bei so manchen evangelikalen und charismatischen Gottesdiensten, ehrlich gesagt, oft nicht so sicher).

Und nicht zuletzt der Kontakt zur katholischen Blogozese erwuchs aus dem Interesse, mehr zu wissen und zu erfahren und im Austausch Gemeinsamkeiten und Unterschiede auszuloten.

Nicht wenige orthodox glaubende Protestanten, Lutheraner, evangelikale Christen, Vertreter aus bekennenden Gemeinschaften zollten Benedikt hohen Respekt für ein Zeugnis für Christus, das sie selbst wörtlich hätten unterschreiben können. Zumindest auf dieser Ebene hat Benedikt mehr für eine tatsächliche Ökumene getan (nämlich für ein gemeinamses Glaubenszeugnis bei gleichzeitigem Respektieren der Unterschiedlichkeit) als jede Bemühung um eine ringelreihentanzende, birkenstocktragende, halbesoterische Habt-euch-alle-lieb-Veranstaltung.

 Was habe ich in diesen 8 Jahren gelernt? Dass es auch in der katholischen Kirche viele Menschen gibt, die mit allem Ernst Jesus nachfolgen und diese Nachfolge im Alltag leben wollen. Dass mich allein das mit ihnen verbindet. Und dass wir Gemeinschaft haben können, ohne uns dafür theologisch verrenken zu müssen (Stichwort gemeinsames Abendmahl) oder grundlegende Elemente unserer Glaubensprägung aufgeben müssen. Und dass ich jedem Katholiken, der von Herzen Jesus nachfolgt gerne meine Hand als Bruder reiche.

Was immer auch über Benedikt XVI sonst noch zu sagen bliebe: Er wird mir fehlen ...

Kommentare:

  1. Auch von mir: Danke für diesen Rückblick und diese Würdigung!

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  2. " ... hat Benedikt mehr für eine tatsächliche Ökumene getan ..." - und genau das haben Sie mit diesem Beitrag wunderbar bestätigt! Herzlichen Gruß und Gottes Segen!

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  3. Das ist eine wunderbare Würdigung. In sehr vielem kann ich mich wiedererkennen, könnte es selbst aber nicht so ausdrücken. Dankeschön!

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  4. Großartig! Danke! Das tut meinem wunden Herzen sehr wohl, lieber Bloggerkollege! Vergelt's Gott!

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  5. Danke!

    " Und dass ich jedem Katholiken, der von Herzen Jesus nachfolgt gerne meine Hand als Bruder reiche." Und wir jedem nicht-katholischen Christen, der dem gleichen Herrn nachfolgt.!

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  6. Hey! Scipio! Dich gibt's ja auch noch! Klasse!

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  7. Dieser Kommentar spricht aus, worauf es wirklich ankommt bei Gemeinsamkeiten unter Christen. Auch ich sage: Vielen Dank!

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  8. Ganz herzlichen Dank und Segen! Ich bin sehr berührt von diesem Beitrag!

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  9. Danke ganz lieben Dank.Ein toller Beitrag, der mich nicht nur berührt sondern echt happy macht,nach all dem was ich in den letzten Tagen sonst so lesen musste.Made my day. Pappas fetten Segen Dir :-)

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  10. Dank für diese schöne Würdigung.
    Mögen noch zahlreiche Menschen guten Willens aus den verschiedenen Konfessionen so selbstbewußt und respektvoll aufeinander zugehen, ohne sich und andere dabei verbiegen zu wollen.

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  11. ja, finde ich auch: wirklich lesenswert. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Mit jedem Text, den ich von Joseph Ratzinger gelesen habe, ist meine Bewunderung für diesen Diener Gottes größer geworden. Und er wird viel bewegen, wenn er ab März ein Leben ganz im Gebet führen kann.

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  12. Marianne Paßlick13. Februar 2013 um 13:17

    Danke, daß Sie sich wirklich dem Menschen und Theologen Papst Benedikt genähert haben und eine ehrliche und gute Würdigung geschrieben haben.

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  13. Guten Tag!
    Ich soll Sie (den Autor) um Kontaktaufnahme bitten. Es gibt Interesse an einer weiteren Verbreitung dieses Textes. Wie kann ich Sie erreichen?
    Sie erreichen mich per Mail: sebastian.volkamer@VBvisual.com

    Vielen Dank!

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  14. Antworten
    1. ...auch dafür, dass dieser Artikel jetzt auch auf kathnet zu lesen ist!

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  15. Wow! Ein fetter Dank auch von mir!

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  16. Sehr geehrter Herr Schürzel, ich kann mich hier all den vielen Dankesmails vor mir nur anschließen und Ihnen mit großer Freude zurufen: erhalten Sie sich Ihren sowohl nüchtern analytischen als auch herzlichen und tiefsehenden Blick. So wie auch ich Papst Benedikt's Jesus Trilogie mit großem Gewinn gelesen habe und sie als Lutheraner voll und ganz unterschreiben kann, so geht es mir mit Ihrem Beitrag, der gelassen ausspricht, was gesagt werden muss.

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    1. Da haben Sie meinen Namen falsch erwischt. Trotzdem Danke für die freundlichen Worte. :-)

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    2. Lieber Pastor Schärzel, sorry, hätte es wissen können, denn Ihr Name ist eingangs des Newsletters tatsächlich richtig geschrieben. Aber ganz ehrlich, in der Fülle christlicher (und zwar sowohl protestantisch / evangelikaler, als auch landeskirchlicher) Sichtweisen zu Person und Werk des nun (leider) scheidenden Papstes, ragt Ihr Beitrag heraus und zwar einerseits durch eine große Sachkenntnis und Differenziertheit und desweiterem einem noch größerem Herzen. Das tut einfach gut.
      LG
      Manfred Mebert

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    3. Mein korrekter Nachname ist "Schwärzel", nur um es dann doch richtig hinzukriegen. Aber spielt hier keine Rolle: Danke nochmals für die Freundlicheit!

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  17. Ähem, der falsche Name geht auf einen Fehler von uns im Bibel TV Newsletter zurück, Verzeihung!

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  18. Vielen Dank für diesen positiven Beitrag. Durch langjährigen Kontakt mit katholischen Geschwistern bin ich als überzeugter Lutheraner überzeugt, dass wir von unseren katholischen Geschwistern sehr viel lernen können. Ich nenne nur die
    Fokulare. Ich habe nur in einem Buch der Jesus Triologie gelesen. Mein Kommentar: Kein Evangelikaler hätte es besser besser schreiben können. Möge Gott in seiner großen Barmherzigkeit den richtigen Nachfolger für Benendikt XVI schenken.

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  19. Danke für diesen wunderbaren Text, Rolf! Er ist mir aus Herz und Seele gesprochen!

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  20. Danke für diesen Text! Hat mich sehr berührt. Bin ökumenisch-ausgerichtete Katholikin mit evangelischen Kindern auf einer katholischen Schule und einem freikirchlichen Lebenspartner mit charismatischem Hintergrund..... Ich freue mich immer mehr über Menschen, die sich erst mit jemandem beschäftigen und dann urteilen. Mich beeindrucken solche Grenzgänger, die sich eine eigene Meinung leisten. Dieser Papst hat - bei aller Kritik - mit seinen leisen Tönen beiden Kirchen eine neue Ausrichtung auf das, was zählt: die Liebe zu Jesus, gegeben.

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  21. Herzlichen Dank für diesen tollen Beitrag. Gott segne Sie.

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  22. Vielen Dank für die sachliche Auseinandersetzung und Mühe!
    Vielleicht schauen Sie ja mal auf die Seite "Hartblock.de"

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  23. Auch ich sage Dankeschön für diesen Artikel.

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  24. Tiefempfundenen Dank für die Worte, die ich gut nachempfinfen kann, und die vielem von dem, was zur Zeit an Häme, Spott, Fundamentalkritik oder halbherzigem (weil diplomatischem) Respekt von evangelischen (und auch vielen katholischen) Stimmen zu hören ist. DANKE! Die Worte sprechen mir aus dem Herzen.

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  25. Kommentar war unvollständig - hier nun die betr. Passage korrekt: "... die vielem von dem, was zur Zeit an Häme, Spott, Fundamentalkritik oder halbherzigem (weil diplomatischem) Respekt von evangelischen (und auch vielen katholischen) Stimmen zu hören ist, an offener, ehrlicher Herzlichkeit und differenzierter Wahrnehmung weit woraus ist.

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  26. "... weit voraus sind!" :-) Sorry, bin noch nicht ganz wach.

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  27. >> ... Kaum ein Blatt, kaum ein Sender, der die Top-Nachricht dieser Woche nicht nutzt, vornehmlich Gegner der katholischen Kirche im Allgemeinen und dieses Papstes im Besonderen ausführlich zu Wort kommen zu lassen. Uta Ranke-Heinemann und Horst Herrmann, beiden entzog die Kirche einst den Lehrstuhl, dürfen draufhauen, dass es kracht.

    Heiner Geißler weiß, was der Vatikan "für ein Laden" ist, und auch TV-Pastor Fliege ist als Experte geladen. Und das "Handelsblatt" gibt der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth breiten Raum für ihr gewohntes Sexualmoral-Zölibat-Frauenordination-Erneuerungs-Geweine. Mitglied der Kirche ist sie nicht. Ob die Zeitung nun wenigstens Kardinal Meisner mal etwas zu notwendigen Reformen bei den Grünen schreiben lässt?

    Nur selten findet man mediale Würdigungen eines Papstes, der die Lehre seiner Kirche weiterentwickelt und die wunderbare Enzyklika "deus caritas est" verfasst hat. Dessen Worte im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz auch uns Deutschen vor der ganzen Welt gut angestanden haben. Wer würdigt seine Bemühungen, nach seiner missverstandenen Rede in Regensburg, um ein besseres Verhältnis zur islamischen Welt, zu Juden und orthodoxen Kirchen? Wo bleibt, wenn man seine Lehren nicht teilt, wenigstens der Respekt vor dem ungemein gebildeten und scharfsinnigen Denker? ... <<

    (http://kath.net/detail.php?id=40128)

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  28. Ein klasse Betrag alle Achtung, Danke.

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  29. Dann bin ich also doch nicht der einzige, der ihn nicht als erzkonservativ ansieht?
    "Wahrlich, ich sage euch: ihr werdet ihn noch vermissen." So hab ichs meinen Kollegen letzte Woche gesagt. Sie wollen es nicht glauben.
    Was kommt danach? Ein Hardliner?

    Als herzenslutherischer Unierter in reformiertem Umfeld habe ich keine Beschwerden über die Formen, in denen die römische Kirche ihre Gottesdienste feiert. Lutheraner haben auch lateinisch zelebriert, woher sonst hätte der erzlutherische J.S.Bach seine lateinischen Messen nehmen sollen? Skandinavische Pastoren werden auf dem Bauch liegend ordiniert. Und ihre Bischöfe haben nicht weniger das Sagen als die römischen.
    Von der Form zum Inhalt: Evangelikale können auch ziemlich hart und flott sein, wenn sie anderen den Glauben absprechen. In einem idea-Leserkommentar schrieb eine Leserin von "zweitausend Götzendienern, die bei ihrem Götzendienst weggerissen wurden" von der Flutwelle - es handelte sich um eine römisch-katholische Kirche. Wenn meine lieben französischen Protestanten sich über die katholische Arroganz (vergangener Zeiten) beschweren, zitiere ich nur dies - und es ist still. Wir haben uns nicht zu brüsten.
    Und ich glaube, viele Protestanten wettern nur so sehr über diese ach so konservative römische Kirche, weil - anders als viele Katholiken glauben, das muß leider auch gesagt werden - Rom (im Gegensatz zu vielen Protestanten) nie dem Sonntagschristentum das Wort geredet hat und auch nie behauptet hat, wenn man nur dazugehört (sprich: Mitgliedsbeiträge bezahlt), hätte man schon alles in der Tasche.

    Ich kann dem kommenden Conclave nur von Herzen Begeisterung wünschen, Inspiration vom Herrn der Kirche, damit die römische Kirche auch weiterhin voranschreiten kann statt zurück, auf den Weg der Einheit in der Vielheit, den sie intern schon praktiziert, aber nach außen bisher nicht annehmen kann.

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  30. Lieber Herr Schwärzel,
    herzlichen Dank für Ihre vorurteilfreie, objektive und faire Auseinandersetzung mit der Person Josef Ratzingers. Auch wir haben in unserem Freundeskreis Evangelikale, die zu wahren "Fans" von Benedikt XVI ob seiner Christuszentriertheit geworden sind. Den rechtgläubigen Katholiken darf dennoch diese Entdeckung der Brüder und Schwester im Glauben verwundern. Denn Alles ist im katholischen Lehramt auf Christus hin ausgerichtet. Die von ihm gestiftet Kirche ist gleichsam sein mystischer Leib mit uns als seine Glieder - zentral ist die Eucharistie. Die Ernsthaftigkeit in der Nachfolge Jesu ist wesenhaft - weil es um die Eine Wahrheit geht (Joh 14,6) - und damit selbstverständlich für jeden rechtgläubigen Katholiken. Den Stolperstein Heiligenverehrung und Verehrung der Mutter Jesu, den Sie auch anklingen lassen, hätte Andreas Theurer in seiner Abhandlung eigentlich nicht besser ausräumen können. Insofern wären Ihre guten und gut durchdachten Gründe doch interessant.

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    1. Lieber Herr oder Frau Anonym,

      ich wollte in diesem Posting in meinem Blog lediglich meine Empfindungen zum Rücktritt von Benedikt XVI. wiedergeben. Ich bin von der Resonanz, ehrlich gesagt, überrascht worden, auch von den Kommentaren (nicht nur hier, sondern auch aus den Medien, in denen der Text zitiert wurde). Viele zustimmend, einige kritisch.

      Ich verstehe Ihr Interesse an meiner persönlichen Begründung, da zu bleiben wo ich bin. Allerdings halte ich den Kommentarbereich dieses Postings nicht für den richtigen Platz dafür und ich habe auch nicht vor, mich darüber mit anonymen Kommentatoren auszutauschen. Vielleicht ist dafür ja mal Platz für ein Extra-Posting, in dem ich ausführe, warum Herr Theurer mich nicht überzeugt hat.

      Der Kontakt zur katholischen Blogozese, den ich sehr schätze, lebt davon, dass man sich gegenseitig in aller Unterschiedlicheit respektiert, zu gemeinsamen Positionen aber eine gemeinsame Stimme findet. Das wollte ich bis dato nicht mit konfessionellen Dauerstreitigkeiten belasten. Gerade diese Art, miteinander umzugehen, hat mich einen ganz anderen Blick auf die kath. Kirche nehmen lassen.

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