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Leben in der Dunkelkammer

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Es gibt Tage, da bin ich nicht gut im Warten. Die meisten Menschen, die ich kenne, sind nicht unbedingt gut im Warten, je nachdem, worauf gewartet wird. Wenn ich zum Beispiel an einer Kreuzung als Zweiter oder Dritter in einer Reihe vor der roten Ampel stehe, die Ampel springt auf grün und das erste Fahrzeug in der Reihe fährt nicht direkt los. Oder wenn ich etwas bestellt habe. In meiner Kindheit bestellten wir immer mal wieder Sachen aus dem 'Quelle'-Katalog - die Lieferung dauerte dann so etwa 3 Wochen. Heute werde ich schon hibblig, wenn ich als Premium-Kunde bei einem großen Online-Versandhändler die Ware nicht nach spätestens zwei Tagen habe.  Und es gibt Tage, da fällt das Warten immer noch nicht leicht, aber das ist kein Warten der genervten Sorte, sondern ich bin von Vorfreude gepackt. Wenn ich den Besuch eines lieben Menschen erwarte, den Anruf meiner Frau oder (wie dieses Jahr im Frühjahr) die Nachricht, dass das neu erworbene Auto abgeholt werden kann ... Die 'Ü...

Fasten

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    Ok, ich gebe es offen zu: Ich bin bei dem Thema überhaupt kein Experte (ist auch am äußeren Erscheinungsbild sichtbar). Trotzdem habe ich Fastenzeiten mitgemacht; teilweise ohne geistlichen Hintergrund mit dem Ziel, dass eine teure Hose oder Jacke oder die Motorradkluft wieder passen möge. Und ich habe bewusst Fasten- und Gebetszeiten mitgemacht, gerade wenn es um bestimmte wichtige Anliegen ging, für die sich die Gemeinde oder die Gruppe, mit der ich unterwegs war, zum Gebet versammelt hat. Die Friedensgemeinde Norden wird vom 02.03. bis zum 07.03. eine Fasten- und Gebetswoche durchführen. Dabei ist wichtig, zu betonen, dass es a) mehrere Möglichkeiten des Fastens gibt und b) es jeder/jedem selbst überlassen ist, ob und wie er fasten möchte. Mich interessiert hier gerade vor allem die Frage: Warum wird Fasten auch im Neuen Testament häufiger mit Gebet verbunden? Und ganz grundsätzlich mit tiefgründiger Gotteserfahrung? Jesus selbst beginnt sein öffentliches Wirken, unmitt...

Hippe Missionare

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 Ok, ok, ich hab mich länger nicht gemeldet - es war einiges los in der letzten Zeit. aber bevor wir nächste Woche in den gepflegten "Christmas-Mode" übergehen, muss ich doch noch etwas Senf zu einem medialen Aufreger aus der letzte Woche abgeben, nicht zuletzt, weil es mich zumindest mittelbar betrifft. Da lief an einem Abend in der ARD die Doku: "Hippe Missionare - mit Jesus gegen die Freiheit?", die von Journalisten des Bayerischen Rundfunks (BR) produziert wurde. Inhalt der 'Doku' war ein Blick auf das Gebetshaus Augsburg, dessen zweijährliche Konferenz, die "MEHR", in 14 Tagen beginnt, mit jetzt schon knapp an die 10.000 Anmeldungen, sowie die katholische 'Loretto-Gemeinschaft' in Salzburg (und an anderen Standorten), die, klar, dezidiert katholisch ist, und aus jungen Leuten besteht, die sich nach Jesus und nach dem Wirken des Heiligen Geistes ausstrecken und dementsprechend Alpha-Kurse, Jüngerschaftsschulungen etc. anbieten.  Um nich...

Worum geht's eigentlich an Halloween?

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  Ok, zu diesem jährlich wiederkehrenden Termin ist in der Tat schon viel geschrieben worden. Sehr viel. Halloween ist ein Fest (wenn man es denn so nennen will), das seinen Ursprung in vorchristlichen Traditionen in Irland hat, von irischen Einwanderern, die ihre Bräuche weiterpflegen wollten, in die USA mitgebracht wurde und dort vor allem vom Einzelhandel zu einem Event aufgeblasen wurde, zu dem massig Kostüme, Schminke, Puppen, Figuren usw. verkauft werden. Halloween ist nach Weihnachten in den USA das umsatzstärkste Ereignis des Jahres. In Deutschland lange unbekannt, gelangte der Brauch in den 90er Jahren auch auf diese Seite des großen Teichs: Da im Zuge des Golfkrieges 1991 der Karneval in ganz Deutschland abgesagt wurde, mussten Hersteller von Kleidung, Kostümen, Spielwaren und Süßwarenhersteller ansehnliche Gewinneinbußen hinnehmen. Die "Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI)" startete daraufhin 1994 eine Kampagne, Halloween zu einem...

Wofür ist Kirche eigentlich da?

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  An vielen Orten entlang der Küste kann man sie sehen: Alte Rettungsboote oder -schiffe, die ihren Dienst schon länger hinter sich haben. Die sind in den meisten Fällen, was das Erscheinungsbild anbelangt, sehr gut gewartet. Da ist nirgendwo Rost zu sehen, die Fenster sind ordentlich geputzt, da hängt keine Leine einfach so rum und die Farben leuchten weit sichtbar (wie bei dem Beispiel hier auf der Insel Langeoog; wer das Boot mal besichtigen will - es steht direkt gegenüber dem Eingang des "Hauses der Insel"). Boote, die zur Rettungsflotte der "DGzRS" gehörten, der "Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger". Wie gesagt, diese Boote werden gut in Schuss gehalten, eine Gruppe von Freiwilligen kümmert sich liebevoll darum. Sie sehen gut aus und machen echt was her vom Äußeren. Aber sie retten schon lange keine Menschen mehr. Immer, wenn ich an diesem Exponat vorbeilaufe (was in den letzten Jahren zugegebenermaßen selten geworden ist), muss ich an...

Verwegenes Vertrauen

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    Meine Physiotherapeutin erzählte mir unlängst, sie hätte sich vor einiger Zeit einen Herzenswunsch erfüllt und hätte sich einen Fallschirmsprung gegönnt. Das kann man als Privatperson buchen, und das wird als Freizeitevent immer beliebter. Wer das bucht, der sucht einen Kick; ein Erlebnis, das sich vom schöden Alltag mit seinen vorhersagbaren Strukturen abhebt. Für die einen ist das ein "once-in-a-lifetime"-Erlebnis. Für mich wäre allein die Vorstellung blanker Horror, aus einem fliegenden Flugzeug zu springen, auch wenn ich einen Fallschirm hätte. Wer so etwas macht, der braucht ein großes Vertrauen. Vertrauen in den erfahrenen Springer, den Instrukteur, dass der weiß, was er macht; Vertrauen darauf, dass der Schirm richtig gefaltet wurde und sich zum richtigen Zeitpunkt öffnet, Vertrauen darauf, dass die Landung am vorgesehenen Ort stattfindet und man bis dort mit den Windverhältnissen klarkommt und so weiter.  Im 10. Kapitel des Hebräerbriefes ist von Aushalten, vo...

Früchte des Lichts

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  Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, hier ein Geständnis: Ich mag keine Zahnärzte (ist nicht persönlich gemeint, falls jemand betroffen sein sollte ...). Ich mochte die noch nie. Meine Mutter erzählt immer wieder, dass Zahnarztbesuche mit mir im Kindesalter eine Art traumatische Erfahrung waren – vor allem für sie als Begleitperson. Mittlerweile bin ich Mitte 50 und gehe regelmäßig freiwillig zum Zahnarzt, aber so ganz leicht fällt es mir immer noch nicht. Vielleicht kennst Du das: Die heftigsten Ängste zuvor stehst du im Wartezimmer aus. Erst, wenn über deinem Kopf die Behandlungsleuchte angeht, kommt so etwas wie Ruhe in die Situation. Diese Behandlungsleuchten sind besondere Lampen: Mit wenig Birnen oder Lichterzeugern, aber unglaublich hell, damit sie die Mundhöhle gut ausleuchten können und der Zahnarzt sowohl den Behandlungsbedarf sieht, als auch die Orte, an denen er seine Instrumente anwenden muss. Diese Lampe, dieses Licht dient also dazu, einen an sich tenden...